Ich lag im Bett und schaute durch das Fenster. Der Himmel war bewölkt, alles sah grau aus. Ich war in mich gekehrt und eigentlich hatte ich nichts in meinem Kopf schaute nur in die Ferne.
Der Regen tropfte monoton auf die Fensterbank. Plopp…plopp…plopp…

Sonst war nichts zu hören.

Die Stille wurde immer tiefer, die Wände waren verschwunden, ich wusste, dass ich wieder durchrutsche.

Der Fokus meiner Augen hatte sich auf den Baum gerichtet, der vor dem Fenster stand.
Ein leichter Wind zerzauste die herbstliche Blätterkrone. Ich erblickte sie wieder!

Jetzt war ich viel vorsichtiger als das letzte Mal. Ich senkte meinen Kopf und schloss meine Augen halb, so dass mein Blick sie nicht erschreckte.
Ich wollte sie näher ergründen.

Ganz langsam bewegte ich mich in Richtung des Fensters. Unterwegs nahm ich mein Notizbuch in die Hand und fing an zu zeichnen, ohne meine Augen von den Wesen, die ich in dem Laub entdeckt hatte, wegzudrehen. Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet?” Fotografieren kam nicht in Frage. Nicht nur weil der Apparat zu weit weg von mir lag, sondern weil in dieser Welt mit solchen Kameras auch kein Foto möglich wäre. Genauer gesagt, ich hätte schon Fotos machen können, aber auf den Bildern wäre nur das Laub festgehalten worden und die Wesen wären nicht sichtbar gewesen.
Mir blieb nur mein Notizbuch und der Stift. „Ich habe es immer gewusst! Sie sind da und wir sehen und merken sie nicht.“ Mein Herz schlug schneller und ich musste mich wirklich zügeln, dass ich weiterhin so langsam bleibe wie vorher.
„Es ist erstaunlich, wie leicht sie sich tarnen können und wie der Körperbau sich an das Leben dieser Laubdrachen angepasst hat!“

Bei weiterer Beobachtung fand ich zwei größere Exemplare und mehrere kleinere Tiere gut versteckt zwischen den Bttern.

Es sah so aus, als ob eine ganze Familie da wäre. Die Großen saßen ruhig und schauten nur zu, wie die Kleinen tobten. Sie waren sichtbar vollgetankt mit Energie und flogen und kletterten um die Äste herum.

Als ich mit meiner Skizze fertig war, entfernte ich mich von dem Fenster. Ich warf mir eine Jacke über die Schultern und trat aus der Wohnung. Ich wollte unbedingt Drenshog treffen. Er wohnte in dem mystischen Wald von Tsy. War nicht weit. Ich kannte den Weg. In der Vergangenheit bin ich diesen Weg sehr oft gegangen. Jetzt hatte ich wieder einen Grund, weshalb ich ihn besuchen sollte.

Unterwegs kamen die Erinnerungen in mir hoch, was hier alles passiert war. Ich wollte sie jetzt nicht, ich habe meinen Kopf geschüttelt und die Gedanken fortgescheucht.

Ein kurzes Geräusch und ich wurde auf den Boden gedrückt. Ein gewichtiger Körper lag auf meinem Rücken und der Unbekannte hechelte in meinem Nacken.

Für einen Moment war ich erstarrt. Ich drückte die Augen zu und wartete auf den tödlichen Biss.

Stattdessen hörte ich ein leises Kichern. Warme Luft kroch um meinen Hals herum und eine noch wärmere, nasse Zunge folgte. Ich konnte mich nicht umdrehen, das Gewicht war zu groß. Das Lecken wollte nicht aufhören und meine Haare waren bis auf die Kopfhaut nass. Jetzt erkannte ich sie.

„Nirmi?“ kam vorsichtig aus meinem Mund die Frage. „Nirmi, bist du es?“

Jetzt konnte sie sich nicht weiter zurückhalten. Sie lachte laut mit heiserer Stimme auf und versuchte ihr Gleichgewicht auf meinem Rücken stehend zu halten. Ich bot meine ganze Kraft auf, drehte mich und schaute in ihr Gesicht. Sie sprang in die Luft und ich versuchte gleichzeitig auf die Beine zu kommen. Sie landete wieder auf mir. Ich wurde erneut zu Boden gedrückt und lag auf dem Rücken. Jetzt endlich konnte ich sie sehen.
Sie war schön gewachsen in der Zeit die wir uns nicht gesehen hatten. Die großen, bernsteingelben Augen glänzten, als sie von ganz nah in meine Augen schauten.

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